Juryentscheidung
Die Jury, bestehend aus den Projektleitern Annette Bockhorst und Ralf Tornau aus der Hauptabteilung Schadenverhütung der Westfälischen Provinzial sowie unabhängigen pädagogischen Beratern hat die eingegangenen Präsentationen der Schulen aus ganz Westfalen gesichtet und eine fachliche Bewertung vorgenommen. So galt es, insgesamt 10 Projekte bzw. Schulen für ihre Ideen und ihr Engagement auszuzeichnen.
Aus einer großen Fülle sehr unterschiedlicher Beiträge fiel es nicht leicht, eine genaue Platzierung zu ermitteln. Vor diesem Hintergrund wurden vier Projekte mit einem Hauptpreis herausgehoben und sechs weitere mit einem Anerkennungspreis prämiert.
Entscheidend war für die Jury ein Bewertungsmix aus verschiedenen Aspekten.
Die Einbindung vieler Schüler, aber auch Eltern und anderer Beteiligter, die Eigeninitiatve der Schüler und dadurch der Beispielcharakter für andere galten als wichtige Kriterien. Daneben wurden der klare Themenbezug zum Vandalismus, die erwartete präventive Wirkung und die klare Aussage in diese Richtung bewertet. Schließlich kamen Originalität und Nachhaltigkeit als weitere Beurteilungsmotive zum Tragen.
Prämierte Projekte im Überblick
Herausragend erschienen der Jury u.a. die Aktivitäten der Heinrich-Bußmann-Schule in Lünen, bei der zahlreiche kleinere und größere Projekte über Jahre ein solidarisches Schulklima aufgebaut haben. Diese Arbeit wurde jetzt im Rahmen des Kreativwettbewerbes einer Überprüfung durch Schüler unterzogen und eindrucksvoll dokumentiert. Neue Ideen zur weiteren Identifizierung mit der Schule wurden dabei erwogen und projektiert.
Die Projektwoche „Schule kreativ“ der Ganztagshauptschule Laggenbeck bei Ibbenbüren beeindruckte das Fachgremium insbesondere einerseits durch ihren enormen Umfang: alle Schüler, Lehrer und zahlreiche Eltern hatten in einem Kraftakt eine Woche lang ihre Schule so verschönert, renoviert und gestaltet, dass die gewachsene starke Identifikation Vandalismustendenzen sicher entgegenwirkt. Zum anderen überzeugte die Konsequenz in der weiteren Planung: weitere Aktionen sollen folgen, eine Arbeitsgruppe zum Thema wurde Bestandteil des Schulprogramms.
Die Aktion „Meine Schule – topfit“ der Schülervertretung an der Realschule am Eichholz in Arnsberg überzeugte durch die Tatsachen, dass die Aktivitäten komplett von Schülerhand organisiert und gesteuert werden und als permanent laufendes Projekt nicht strohfeuergleich rasch verpuffen, sondern eine Selbstverständlichkeit in der Schule installieren, die sich wie eine „lebende Hausordnung“ durch den Schulalltag zieht.
Schließlich haben die umfangreichen Verschönerungsmaßnahmen der Kunst-AG in der Theodor-Heuss-Realschule in Dortmund die Jury besonders angesprochen. Beweggründe für die Platzierung liegen hier vor allem im Umfang des Konzepts: die SchülerInnen arbeiten sich sozusagen Schritt für Schritt weiter, um in der gesamten Schule eine behaglichere und damit vandalismusvorbeugende Note zu geben. Diese Arbeit spiegelt sich auch wider in der Außendarstellung der Realschule und motiviert immer wieder zu weiteren Entwicklungsschritten im Projekt.
Teilweise nur schweren Herzens wurden sechs Projekte und Schulen auf den „Rängen“ platziert. Aber auch diese Schulen erhalten eine kleine Finanzspritze zur Weiterführung oder Belohung ihrer Bemühungen. Prämiert wurden hier die „Realschule im Ostviertel“ in Münster mit einem gestalterischen Symbolprojekt im Streitschlichterraum, die Gesamtschule Schwerte mit der Idee „Aktive Pause“, mit der SchülerInnen attraktive Spiel- und Sportmaterialien für eine bewegte Pausengestaltung angeboten werden. Die Hauptschule Welheim bei Bottrop setzte besondere Akzente mit einem imposanten Modell für die Gestaltung eines Jugendparks, der an der Stelle eines durch Vandalismus zerstörten Skaterareals entstehen könnte. Schließlich entfalteten die Martin-Luther-King-Schule in Münster, die Realschule Marsberg sowie das Gymnasium Barntrup überzeugende Ideen und Aktivitäten, bei denen Vandalismus-Brennpunkte durch gezielte Gestaltunsgarbeiten entschärft werden können.
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