Atmosphäre

Wenn man die Ziele von Magic Circle in optimaler Weise erreichen möchte, ist darauf zu achten, dass während der Gruppensitzung eine einfühlsame und akzeptierende Atmosphäre herrscht. Die Lehrperson hat hier im Gegensatz zum Unterricht keine wertende Funktion. Allem, was die Kinder in die Sitzungen einbringen, wird Wertschätzung entgegengebracht. Diese Wertschätzung erfolgt durch die besondere Aufmerksamkeit, die im Magic Circle explizit jedem Kind entgegen gebracht wird.

Insgesamt werden die Kinder durch den Magic Circle dazu angeleitet, sich gegenseitig in einer freundlichen und akzeptierenden Weise zu begegnen. Die Magic-Circle-Sitzungen sind ein Schonraum, in dem die üblichen Regeln des täglichen Umgangs so verändert sind, dass Kritik oder Kommentare wie „Das stimmt ja gar nicht“, „Du lügst“, „Das war doch ganz anders“, „Das kann doch jeder“, nicht erlaubt sind. So können die Kinder einüben, Dinge einfach einmal stehen zu lassen und andere Darstellungen und Sichtweisen vorerst so hinzunehmen, wie sie übermittelt werden. Im Vordergrund steht die Wertschätzung jedes einzelnen Teilnehmers für seine Bemühungen, einen Beitrag zum Thema zu liefern.
Bei Kindern, die durch ihr Benehmen den Verlauf der Magic-Circle-Sitzung stören, sollte man den Versuch machen, mit viel Fingerspitzengefühl so sanft wie möglich (freundliche Blicke, stummer Hinweis auf die Regeln ...) Einfluss auf sie zu nehmen. Es wird immer wieder Situationen geben, in denen einzelne Kinder (vorübergehend) nicht in der Lage sind, die Regeln des Magic Circle einzuhalten. In Grenzfällen sollte die Lehrperson überlegen, ob ein zeitweiser Ausschluss dieses Kindes sowohl für das Kind als auch die Gruppe eine sinnvolle Maßnahme sein könnte.

Flexible Handhabung

Es gibt ein naheliegendes Missverständnis: Der Magic Circle Leitfaden ist kein Rezeptbuch mit vorgeschriebener, schrittweiser Abfolge. Lehrerinnen und Lehrer sollten ihn eher als Angebot verstehen, in das sie ihre eigenen Ideen und das, was in der Klasse anliegt, einbringen. Es ist z.B. ausgesprochen erstrebenswert, die Reihenfolge der Themen zu verändern, Themen selbst abzuändern, ganze Themenbereiche auszulassen, eigene Themen zu entwickeln, spontan auf Situationen in der Klasse zu reagieren und sich demgemäß ein entsprechendes Thema zu suchen.
Wir sind davon überzeugt, dass Magic Circle nur von einer Lehrperson dauerhaft erfolgreich angewendet wird, die dieses Programm in ihre Unterrichtstätigkeit und ihren Umgang mit Schülerinnen und Schülern harmonisch integriert. Magic Circle ist mit Sicherheit nicht das Programm für jede Lehrperson. Es gibt Menschen, die mit Magic Circle einfach nicht viel anfangen können. Sie sollten nach etwas anderem suchen, selbst kreativ sein und selbst etwas entwickeln, bis „es stimmt“.

Ich finde den Magic Circle gut, weil es schön leise ist!

Ich finde den Magic Circle gut, weil man sagen kann, was einen bedrückt.

Besonders die Kinder, die im Schulalltag schüchtern und zurückhaltend sind, nutzen im Magic Circle die Möglichkeit, sich ohne Druck mit der Gewissheit, dass alle zuhören, zu äußern.