FAQ
Was mache ich mit dem Rest der Klasse, wenn ich mit 12 KindernHier gibt es keine Standardregel, sondern man muss mit den Gegebenheiten der jeweiligen Schule bzw. Klasse kreativ umgehen. Es gibt aber eine ganze Reihe von erfolgreichen Modellen, z.B.:
- Ein Teil der Klasse macht MC im Raum/Nebenraum/vor der Tür, der andere Teil macht Stillarbeit; anschließend wechseln die Gruppen
- Ein/e Referendar/in arbeitet parallel mit dem Teil der Klasse, der nicht MC macht
- Bei älteren oder bereits erfahrenen Schülern wird der MC insgesamt oder eine Gruppe durch Schüler geleitet (geht auch im Grundschulbereich).
Die meisten Kinder fühlen sich durch die Situation bzw. den MC selbst sehr angesprochen, so dass Regelverletzungen nicht so häufig vorkommen. Ansonsten gelten hier die üblichen Maßnahmen, die auch sonst eingesetzt werden.
Gerade diese Kinder können im MC-Setting gute Lernerfahrungen machen.
Sie müssen einerseits nicht unbedingt einen Beitrag bringen (nur: Dazu möchte ich heute nichts sagen.) ; andererseits erhalten sie die Zeit, um sich zu äußern, in knapper Form, und es wird ihnen zugehört.
Wenn die Kinder den MC einige Male erlebt haben, regeln sich die Ausmaße der Redebeiträge meistens von selbst, da jeder Beitrag gespiegelt wird. Die Kinder bemerken sehr schnell, dass lange Beiträge kaum behalten werden können und dementsprechend auch oft nicht richtig oder nur in Teilen wider gegeben werden können.
Auch diese oder gerade diese Kinder profitieren sehr stark von der Atmosphäre und den Inhalten im MC. Sie nehmen sehr viel auf und verarbeiten es für sich. Sie haben Gründe dafür, warum sie sich nicht oder noch nicht äußern können, aber sie erleben andere Sichtweisen, hören andere Meinungen und Gefühle, die ihr eigenes Erleben bereichern. Sie brauchen einfach ihre Zeit!
Das ist im MC-Konzept sehr gewünscht! Der MC bietet eine gute Möglichkeit, Meinungen, Sichtweisen, Erfahrungen und Gefühle der Kinder zu Themen, die gerade in der Klasse aktuell sind, zu vertiefen. Ungeeignet sind jedoch Themen, die eine Entscheidung verlangen, z.B. wohin die nächste Klassenfahrt gehen soll.
Im Anschluss an die Runde des Spiegelns fragt man, ob alle Beiträge gespiegelt wurden, die Kinder werden dann rückmelden wenn ein oder mehrere Beiträge fehlen. Die Lehrerin/der Lehrer kann dann fragen, „wer hat behalten was Kind X gesagt hat und kann es uns sagen?“ Auf diese Weise wird sicher gestellt, dass kein Beitrag verloren geht und es wird niemand vernachlässigt.
Als MC-Leitung übernehme ich das Widerspiegeln.
Gleichzeitig haben Sie möglicherweise eine Information über die Position dieses Kindes in der Gruppe und können das weiter beobachten und in einer anderen Form bearbeiten.
Das entscheiden Sie für sich. Vielleicht brauchen Sie Ihre Konzentration, um den MC gut zu steuern und die Beiträge aufzunehmen. Vielleicht machen Sie aber auch gern mit, Sie sind Teil der Klasse und auch Ihre Sichtweisen, Erlebnisse und Gefühle sind für die Schüler interessant und wichtig. Die Schüler möchten auch Sie näher kennen lernen und wissen wer Sie sind und die Gruppe erfährt auch von Ihnen etwas Persönliches.
Wenig und einfach, für mich meist o.k.: Jeder von euch hat das schon einmal erlebt und sich ganz unterschiedlich dabei gefühlt.
Oder: Heute können wir sehen, dass wir uns über ganz verschiedene Dinge freuen können.
Wichtig: Die Person hatte die Chance etwas mitzuteilen. Sie haben die Möglichkeit, nach dem MC mit ihr darüber und dass Sie sich Sorgen machen, zu sprechen und sich auch Unterstützung - vielleicht in der Schule bei der Beratungslehrerin - zu holen.
