Hintergrund
Vor mehr als 20 Jahren wurde im Westen der USA Magic Circle entwickelt. Der Ansatz orientierte sich damals an der Humanistischen Psychologie, also an einer Psychologie, in der die ganzheitliche Entwicklung des Menschen betont wird. In Palo Alto bei San Francisco entstand das Human Development Institute, das in ganz Nordamerika tätig wurde und diesen Ansatz verbreitete. Seine wichtigsten Vertreter waren Harold Bessell, Uvaldo Hill Palomares und Geraldine Ball.
Bei der Suche nach Möglichkeiten, Lehrerinnen und Lehrer hier in Deutschland konkrete Materialien für den Bereich der Persönlichkeitsent-wicklung von Kindern anzubieten, konnte einer der Autoren auf seine persönlichen Erfahrungen mit Magic Circles in Nordamerika gegen Ende der Siebzigerjahre zurückgreifen. Sie waren Anregung, diesen Ansatz auch in Deutschland einzuführen und diesen Leitfaden zu schreiben. Um das Programm in Deutschland anwenden zu können, wurde das vorhandene Material jedoch überarbeitet und auf unsere Verhältnisse übertragen. Wesentliche Änderungen ergaben sich durch die Absicht, eine übersichtliche und handhabbare Anleitung entstehen zu lassen, die sich für den konkreten täglichen Einsatz eignet.
In Deutschland gibt es die Tradition des Stuhlkreises, der in vielfältiger Weise praktiziert wird und als Anknüpfungspunkt dienen kann. Mit einem sehr verträglichen Aufwand und gezielter thematischer Veränderung lässt sich aus einem Stuhlkreis ein Magic Circle machen.
Viele Diskussionen und Überlegungen im Kollegenkreis wie auch mit dem Übersetzer darüber, welchen deutschen Begriff man für Magic Circle verwenden könne, kamen zu dem Ergebnis, den amerikanischen Begriff beizubehalten. Es fand sich einfach keine Übersetzung oder ein neuer Begriff, der das, was hier gemeint ist, so zum Ausdruck bringt wie der originäre Begriff selbst.
Gemeint ist, dass sich die Schülerinnen und Schüler mit der Lehrperson in einem Kreis zusammensetzen und gemeinsam an einem Thema arbeiten, das nicht im engeren Sinne mit den schulfachlichen Inhalten zusammenhängt. Es geht um das Anknüpfen von Beziehungen, um den Meinungsaustausch und das Erzählen von Erlebnissen. Magic Circle bietet Material für jeden Tag des Schuljahres. Im Idealfall wird Magic Circle jeden Tag durchgeführt und jedes Kind hat dadurch die Gelegenheit sich fortlaufend weiterzuentwickeln. Wichtig ist dabei, dass die Lehrenden die Themenvorgaben des Magic Circle nicht als Zwang und Druck erleben, sondern flexibel mit dem Leitfaden umgehen.

